Sie haben sich Ihren Studienalltag anders vorgestellt? Sie überlegen Ihr Studium abzubrechen und einen neuen Weg einzuschlagen?

Damit sind Sie nicht alleine. Es gibt immer wieder Studierende, die sich das Stuidum, den Studiengang oder andere Rahmenbedingungen daran anders vorgestellt haben und darum nach Alternativen suchen. U.a.

Micheala Napoli (Name geändert), die in einem Interview von Ihren Erfahrungen berichtet:

Frage: In welchem Studiengang sind Sie aktuell eingeschrieben?

Ich bin im Studiengang Stadtplanung beim Fachbereich 1 der TH OWL in Detmold eingeschrieben.

Frage: Was war der Anlass, sich zur Berufsberatung anzumelden?

Dafür waren einige Momente während eines Praktikums in einem Planungsbüro der Auslöser. Ich hatte während der Schulzeit auf dem Gymnasium in Detmold eigentlich keine Probleme, da lief alles recht glatt für mich, aber ich war mir am Ende nicht so sicher, was ich studieren soll. Daher hatte ich mich für mehrere Studiengänge parallel beworben und einfach abgewartet. Da kam dann einige Wochen später die Zusage für den Studienplatz in Stadtplanung und dann habe ich damit angefangen, ohne mich weiter mit Überlegungen zu beschäftigen, ob das überhaupt das Richtige für mich ist. Das Studium läuft für mich von den Inhalten her durchaus erfolgreich und normal. Ich komme in allen Fächern gut mit und habe die vorgesehenen Leistungsnachweise auch geschafft. Da liege ich also völlig im Plan. Beim mehrwöchigen Praktikum jedoch hat mir die Stimmung und die Arbeitsweise der dort Tätigen überhaupt nicht gefallen. Alles wirkte auf mich ziemlich eintönig und lustlos. Die Leute haben auch mehr so vor sich hingearbeitet und während der Arbeit nur wenig miteinander gesprochen. Das ganze Geschehen dort in dem Büro kam mir ziemlich unkreativ vor. Das hatte ich mir vom Studium her ganz anders vorgestellt. Und da entwickelten sich dann doch erhebliche Bedenken, ob man sich so das spätere Berufsleben von morgens bis abends über Monate und Jahre vorstellen möchte. Diese Gedanken haben mich ziemlich beschäftigt und sind auch nach der Rückkehr ins Studium nicht verschwunden. Von heute aus gesehen war das Praktikum für mich eine gewisse Zäsur. Ich habe mich danach immer häufiger gefragt, ob das, was ich als Studienfach ausgewählt habe, wirklich „meins“ ist.

Mit den Leistungen hatte das gar nichts zu tun. Ich habe schon in meiner Schulzeit wenig Probleme gehabt, auf Lernanforderungen einzugehen und mir Inhalte anzueignen. Das ist auch im Studium so weitergegangen. Nur hat mich der Gedanke an das daran anschließende Berufsleben unruhig werden lassen und das war dann der Auslöser, noch mal zur Berufsberatung zu gehen.

Wir hatten das auch schon in der Schule gehabt, aber da war meine Perspektive noch eine ganz andere. Die Entscheidung für mein jetziges Studium habe ich eher nach praktischen Gesichtspunkten (nicht zu weit weg, vielseitiges Studium, Zusage des Studienplatzes, Kreative Inhalte) getroffen und konnte mich ziemlich schnell nach dem Abi einschreiben und loslegen.

Deshalb habe ich mir gedacht, ich lasse mich noch einmal beraten, wie ich jetzt am besten weiter vorgehe. Es kann ja nicht schaden, zu solchen Fragen fachliche Einkünfte einzuholen und nicht nur mit den Eltern und Freundinnen oder Freunden darüber zu sprechen. Ich habe mich dann über die Internetseite der Agentur für Arbeit online zur Berufsberatung angemeldet.

Frage: Wie haben Sie sich auf das Gespräch vorbereitet?

Ich habe mich gar nicht so großartig vorbereitet. Schon seit Monaten fühlte sich mein Studium etwas anders an als zu Beginn und das wollte ich halt mal in Ruhe mit jemand erörtern, der nicht so direkt Teil der Hochschule ist.

Zur Sicherheit habe ich mir aber eine Kopie vom Abi-Zeugnis in die Tasche gesteckt (lächelt), man kann ja nie wissen …

Frage: Wie haben Sie das Gespräch empfunden?

Ich hatte eine Einladung zu Dr. Wolf per Post erhalten und ich ging dann zur Detmolder Arbeitsagentur. Er wirkte auf mich sofort freundlich, auch zuvorkommend und hörte mir aufmerksam zu. Schnell hatte ich das Gefühl, ernst genommen und verstanden zu werden. Mir selbst wurde dabei noch mal richtig klar, wie wichtig das Kreative Moment für meinen späteren beruflichen Alltag ist und dass ich gut geeignet bin, intensiver mit jungen Menschen zu arbeiten. Mir kam es vor, als ob sich ein dicker Kloß in meinem Hals in Bewegung setzt, als wir am Ende über konkrete Schritte sprachen, wie ich nun am besten weiter vorgehe. Das war genau das, was ich brauchte; er hat mir Informationen zum Fach Kunst an der Paderborner Uni ausgehändigt und mir gefällt die Idee immer besser, nun in einen Lehramtsstudiengang mit dem Fach Kunst zu wechseln. Der Gedanke war früher schon einmal da, aber damals traute ich mich noch nicht, daran festzuhalten und dachte mir, na ja, als Stadtplanerin kannst Du ja auch sehr kreativ arbeiten und hast viele Leute um dich herum, also habe ich den Gedanken an das Lehramt mit dem Fach Kunst erst mal beiseite gelassen. Das war aus heutiger Sicht bestimmt etwas leichtfertig.

Frage: Was hat sich aus dem Gespräch für Sie ergeben?

Eine ganze Menge. Es hat meinen bereits vage vorhandenen Plan, einen anderen Studiengang zu wählen, bestätigt und sogar konkret werden lassen.

Schon wenige Tage danach war ich bei der Studienberatung an der Paderborner Uni. An dieser Hochschule wird einiges anders laufen und es wird eine ziemliche  Umstellung für mich werden, aber ich hatte schnell das Gefühl, nun endlich auf dem richtigen Weg unterwegs zu sein.

Mir ist klar geworden, dass die tägliche Arbeit einer Lehrerin viel besser zu mir passt, als wenn ich mich weiter in Richtung Stadtplanung qualifizieren würde. Man wechselt ja sein Studium nicht einfach mal so. Aber im Gespräch wurde mir deutlich, dass ich nun über eine viel bessere Entscheidungsgrundlage für meine Beruflichen Ziele verfüge und die bisherige Studienerfahrung durchaus einen Stellenwert für mich hat. Daher bin ich mir jetzt viel sicherer geworden, dass der Studienfachwechsel das Richtige für mich ist. Man will einen Studienfachwechsel ja auch hinterher nicht bereuen müssen. Dr. Wolf hat meine Zuversicht gestärkt, nun auf dem richtigen Weg unterwegs zu sein. Klar muss ich das nun alles selber in die Tat umsetzen und weiter vorantreiben, aber es hilft schon sehr, wenn man so ermutigt aus einem Beratungsgespräch kommt, wie das mir bei Dr. Wolf passiert ist.

Frage: Was empfehlen Sie Leute, die ähnliche Gedanken wie Sie bezüglich des aktuell gewählten Studiengangs haben?

Na ja, gewisse Bedenken und Zweifel gehören ja immer dazu, wenn man was Neues anfängt. Das geht sicher fast allen Studienanfängern so. Bei mir war es halt so, dass die Zweifel mehr beim Praktikum und nicht beim Studium aufgekommen sind. Ich habe wirklich sehr gute Erfahrungen mit der Berufsberatung gemacht und hatte den Eindruck, dass Dr. Wolf unaufgeregt und kompetent berät. Jeder muss für sich herausfinden, was das Beste ist, insofern kann ich hier keine allgemeinen Empfehlungen aussprechen, die Leute sind einfach sehr unterschiedlich.

Ich würde sagen, es lohnt sich, vor oder auch während des Studiums zur Berufsberatung zu gehen, wenn man wichtige Entscheidungen treffen muss. Das Gute daran ist, dass man hier mit Leuten spricht, die nicht jeden Tag in der Hochschule anzutreffen sind und auch nicht zur Familie oder Bekanntenkreis gehören. Dadurch wird das alles objektiver und kann trotzdem sehr persönlich sein. Ich finde, eigentlich sollte jeder mal so ein Beratungsgespräch wahrnehmen. Es liegt ja an einem selbst, welche Themen angesprochen werden und was man mit den Ergebnissen danach anfängt.

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